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Freitag, 18. Mai 2012
Projekt: Rechtsradikale Vorurteile [GK] Drucken E-Mail
Geschrieben von: Karl-Heinz Hofmeister   
Mittwoch, den 18. Januar 2006 um 12:30 Uhr

Fachbereich Gesellschaftskunde Fritz-Karsen-Schule BerlinProjekt: Rechtsradikale Vorurteile

Im Dezember 2005 hat der PW-Kurs des 12. Jahrgangs die Schulöffentlichkeit geschockt: auf Plakaten zitierten sie verbreitete, rechtsradikale Vorurteile: Autobahnbau, Auschwitzlüge, Rasse, Ausländerkriminalität, Befehlsnotstand, Kollektivschuld...

Fritz-Karsen-Schule Diese Begriffe sind euch sicherlich schon öfter im Alltag begegnet, doch was verbindet ihr damit? Genau so sah der Anfang unseres Projektes "Rechtsradikale Vorurteile und Argumentationsmuster" aus. Ein Projekt, bei dem Aufmerksamkeit, Empörung, sogar Entsetzen die Grundlage dafür bildeten, Interesse zu entwickeln, mehr uund Neues zu erlernen: Lernen überhaupt eine Meinung zu haben, lernen diese zu äußern und lernen andere Meinungen zu akzeptieren, jedoch gleichzeitig zu wissen, wie man Andersdenkenden entgegen treten soll. Wir haben uns intensiv mit diesen und anderen Begriffen und ihren Bedeutungen in der "rechten Szene" auseinander gesetzt. Dabei haben wir bemerkt, dass auch wir selbst solche Begriffe benutzen, ohne zu wissen, was sie genau bedeuten.

Wie viele denken bei dem Wort Autobahnbau schon an Hitler? Und wer weiß schon, was genau Befehlsnotstand bedeutet? Auf diese Unwissenheit bauen Neonazis auf und versuchen mit Sprüchen neue Anhänger zu finden.

Uns war es wichtig, solche bisher unklaren Begriffe möglichst unkompliziert und klar zu erläutern. Dazu haben wir uns überlegt, wie wir die Sprüche am besten an die Schul-Öffentlichkeit tragen können, um ein großes Maß an Interesse zu wecken und für unsere Unterrichtsarbeit den üblichen Schulalltag etwas abzuwandeln. Somit entschieden wir uns, die Erklärungen zu den provokanten Sprüchen erst zeitlich versetzt, also 2 Tage später zu veröffentlichen.

Die mit den Sprüchen gleichzeitig aufgehängten "Was-meinst-du-Plakate" sollten euch die Möglichkeit bieten, spontan eure Meinungen zu äußern. Außerdem waren wir in den Pausen in den Jahrgängen anwesend um Reaktionen aufzunehmen. Wir beobachteten sowohl Desinteresse, Empörung, als auch Engagement. Besonders in der Mittelstufe, also im 9. und 10. Jg. kam es zu heftigen Reaktionen und Diskussionen.

In der Fotogalerie könnt ihr euch die Plakate ansehen. Zur Galerie...

Doch um auch die Gedanken derer einzufangen, die sich bisher nicht öffentlich geäußert hatten, teilten wir zusätzlich Fragebögen aus. Auf den Fragebögen hattet ihr die Möglichkeit mit eurem Namen und eurer Klasse euer Interesse an möglichen Aktionen gegen Rechtsextremismus deutlich zu machen. Hierbei hat sich eine große Anzahl von Schülern gemeldet, vorwiegend aus der Mittelstufe.

Da wir aber nicht versprechen können in naher Zukunft entsprechende Aktionen selbst zu organisieren, haben wir euch im Anhang einige Adressen und Informationsstellen zusammengetragen, so dass ihr euch auch außerschulisch engagieren könnt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Informationsbroschüre aus der Bundeszentrale für Politische Bildung zu rechtsradikalen Gedanken durch uns zu erhalten.

Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, möglichst wenig Missverständnisse zurückzulasssen und den Schulalltagzeitweise ein wenig verändert zu haben. Auch für uns war dieses Projekt eine neue Erfahrung, eine andere Art Unterricht zu gestalten.

Für den PW- Grundkurs 12: Sunia und Jana

An diesem Projekt haben - mit speziellen Schwerpunkten - mitgearbeitet:

  • 9. Jg.: Sunia A. (u. a. Begriffserklärungen), Jana K. (u. a. Layout), Julia G., Sutida V. (u. a. Titelblatt)
  • 10. Jg.: Sarah A., Linda D., Melanie G., Jahn F. (u.a. Plakatreaktionen im 10. Jg.)
  • 11. Jg.: Sarah K., Benjamin M., Patrick K., Juan P.
  • 12. + 13.: Ugur C., Odette F., Franziska F., Vanessa K., Anuschka L.
  • Kursleitung: Karl-Heinz Hofmeister-Lemke

Links
Bundestentrale für politische Bildung http://www.bpb.de/